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Vereinsmitglieder auf Herbstexkursion

31.10.2010

Am 9. Oktober 2010 war es wieder so weit: wie in jedem Herbst machten sich die Mitglieder des Fördervereins Barockorgel Langenbogen auf den Weg zu ihrer ganztägigen Exkursion, deren Ziel wie immer erst bei Busstart bekannt gegeben wurde. Die Organisation der Reise lag  diesmal in den Händen der Vereinsmitglieder Brigitte und Wolfgang Lässig. Ziel sollte der Kyffhäuser sein.

Erste Station war Tilleda. Die Türen der  Dorfkirche waren schon weit geöffnet. Wolfgang Lässig und die Sangerhäuser Kirchenmusikerin Martina Pohle stellten die gotische Kirche mit ihrer barocken Ausstattung vor. Die Papenius-Orgel von 1730, eine Zeitgenossin unserer Langenbogener Orgel, wurde dann von Frau Pohle in einem kleinen Konzert akustisch vorgestellt. Wir „orgel-fachkundigen“ Gäste konnten dann um den Spieltisch versammelt Klang und Spieltechnik der Orgel  bewundern.

Die Organisatoren hatten danach ein Frühstück im rustikalen „Kirschkaffee“ vorgesehen. Bei Kaffee und Kuchen (gesponsert vom Tilledaer Bäckermeister!) bekamen wir dazu noch Informationen über Ziele und Aktivitäten des Vereins Streuobstwiesen, der die ausgedehnten Obstflächen am Fuße des Kyffhäusergebirges extensiv bewirtschaftet.

Nach kurzem Fußweg schloss sich eine Führung über das Gelände der Königspfalz Tilleda an. 972 wurde der königliche Pfalzort erstmals urkundlich erwähnt. Die Gegend um Harz und Kyffhäuser war im 10. und 11. Jahrhundert mit seinen Pfalzen, Klöstern und Burgen das Zentrum des Reiches unter den fünf Ottonenkaisern. Glücklicherweise wurde das Pfalzgelände Tilleda nie überbaut, sodass es bis 1975 in jahrzehntelanger archäologischer Arbeit ausgegraben werden konnte. Über einigen der Grundmauern wurden in den letzten Jahren der Zeit nachempfundene Gebäude errichtet, in denen man einen Eindruck vom   Leben in der Ottonenpfalz gewinnen kann.

Das Kyffhäuserdenkmal grüßte im goldenen Herbstsonnenlicht schon herüber, und so war es auch Ziel der nächsten Reiseetappe. Nach dem Mittagessen in der wieder eröffneten „Burghof“-Gaststätte wurde das Denkmalsareal besucht. Mitten in das Gelände der Reichsburg Kyffhausen, einst die größte mittelalterliche Burg Deutschlands, wurde 1896 das monumentale Kyffhäuserdenkmal hineingebaut. Kaiser Wilhelm I. sollte hier als Nachfolger und Vollstrecker Kaiser Friedrich Barbarossas gefeiert werden. Das Denkmal war immer Symbol deutsch-nationaler Gesinnung, weshalb es 1945 gesprengt werden sollte. Kulturoffiziere der Roten Armee verhinderten das, zum Nutzen unseres heutigen Tourismus, wie die zahlreichen Besucher hier bezeugen.

Zu einem weiteren Besuchermagnet des Kyffhäusergebirges ging es dann per Bus nach Bad Frankenhausen. Auf dem Schlachtberg oberhalb des Städtchens steht der Rundbau der 1976-1988 errichteten Bauernkriegsgedenkstätte mit  dem gewaltigen 14 x 123 m großen Monumentalgemälde  des Leipziger Malers Werner Tübke. Gut, das wir die oftmals verschlüsselte historische Symbolik des eindrucksvollen Gemäldes in einer Führung erläutert bekamen.

Der herbstliche Reisetag wurde mit der abendlichen Einkehr noch einmal im „Kirschkaffee“ von Tilleda beschlossen. Organisator Wolfgang Lässig übertraf sich noch einmal selbst, als er nach dem Abendessen in einer musikumrahmten Foto-Schau die Vereinsexkursionen der letzten neun Jahre Revue passieren ließ. Nach Fahrten in die Oberlausitz, Jerichower Land, Torgau, Meißen, Magdeburg, Erfurt, Naumburg, Waldheim erlebten die Vereinsmitglieder 2010 den Kyffhäuser. Es wird schwer werden, die perfekte Organisation dieser Fahrt im nächsten Jahr zu toppen!

 

Helmut Zimmermann

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Vereinsmitglieder auf Herbstexkursion