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Vereinsmitglieder auf Ausflug zu historischen Orgeln im Kehdinger Land und im Land Hadeln

03.07.2010

Das Gebiet zwischen den Unterläufen von Elbe und Weser ist Teil der sich bis Hamburg erstreckenden reichen und bedeutenden Orgellandschaft mit einer Vielzahl von prächtigen Orgelinstrumenten aus allen Perioden des Orgelbaus seit der Spätgotik. Instrumente aus über 500 Jahren Orgelbaugeschichte sind hier vorhanden. Daher ist diese Region mit ihrer langen Tradition im Orgelbau eines der bedeutsamsten Landstriche für die Musikgeschichte in Deutschland. Vor allem die beiden historischen Hansestädte Stade und Buxdehude waren jahrhunderte lang Zentren des norddeutschen Orgelbaus. Nicht wenige historische Orgeln oder deren prächtige Orgelgehäuse, so u.a. von Arp Schnitger (1648 – 1719), des größten norddeutschen Orgelbauers, sind hier in Norddeutschland erhalten geblieben.

Um diesen einmaligen Schatz und den Klang der großartigen Instrumente kennen zu lernen, waren Mitglieder des Fördervereins bereits zum zweiten Mal im jetzigen Landkreis Stade auf Entdeckungsreise, die mit großem Engagement von Herrn Dr. Berkowsky und Herrn Kowalsky organisiert wurde.   

Im September 2009 führte eine erste Fahrt in das sogenannte Alte Land zwischen Buxdehude und Stade. Ein besonders sinnliches Erlebnis, nicht nur wegen der sehenswerten alten Fachwerkhäuser und der Vielzahl von Kirchen mit gut erhaltenen oder restaurierten Orgeln, sondern auch wegen der bäuerlich geprägten Kulturlandschaft mit ihren Obstplantagen, Obsthöfen und Hofläden.

Vom 11. bis 13. Juni 2010 besuchten Mitglieder des Fördervereins Barockorgel Langenbogen nunmehr Kehdingen und Hadeln, eine idyllische Region zwischen Stade (Altes Land) und Cuxhaven. Der direkt am Elbstrom liegende Ort Wischhafen im Kehdinger Land war als Ausgangspunkt der Tour gut gewählt. Der Besuch der Kirchen in Oederquart, Freiburg, Oberndorf, Osten und Geversdorf mit Orgelbesichtigung und mit eindrucksvoller Orgelvorführung, die durch die Orgelakademie Stade e. V. organisiert wurde, war schon ein tolles Erlebnis.

Interessant war auch die Besichtigung der ältesten Schwebfähre Deutschlands in Osten, die seit 1909 eine Verbindung über den Fluss Oste ermöglicht. Sie gilt heute als technisches Baudenkmal und ist derzeit nur noch für touristische Zwecke in Betrieb.

„Fährmann, hol över!“: hieß es auch an der Elbfähre, die Wischhafen mit dem schleswig-holsteinischen Glückstadt verbindet. Dem Feinschmecker bietet Glückstadt etwas ganz besonderes – den original Glückstädter Matjes. Dieser gelangt im Juni als saisonale und regionale Delikatesse in die Küchen der Restaurants und auf die Ladentische. Das konnte man sich keineswegs entgehen lassen, denn am besten schmeckt Matjes natürlich in Glückstadt! Im direkt an der Elbe liegenden Restaurant „Op de Deel“ war daher Matjes-Essen bis zum Abwinken angesagt.

Am letzten Tag ging es mit dem Motorschiff „Mocambo“ auf dem landschaftlich reizvoll gelegen Fluss Oste auf Tour. Zwischen grünen Deichen und dichtem Schilf, Obstgärten und Pferdeweiden schlängelt sich der Fluss bis zur Elbmündung. Nicht zu verkennen war, dass Ebbe und Flut diesen kleinen Fluss regelrecht regieren. Die Mocambo stampfte bei auslaufendem Wasser von Oberndorf bis ins Mündungswatt, dem Zentrum eines großen Vogelschutzgebietes, in dem sich neben seltenen Vogelarten auch Seehunde auf den Sandbänken tummeln.

Summa summarum – eine gelungene, erlebnisreiche Fahrt nach Norddeutschland, die man getrost weiterempfehlen kann.

 

Dr. Heinz Rössel

Mitglied des Fördervereins Barockorgel Langenbogen

 

Foto: Orgelvorführung in der Kirche St. Wulphardi Freiburg/Elbe

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Vereinsmitglieder auf Ausflug zu historischen Orgeln im Kehdinger Land und im Land Hadeln